Tagebuch 2015 - 2

Willst du den Charakter eines Menschen kennen lernen, so gib ihm Macht!

Abraham Lincoln


O Captain my Captain! our fearful trip is done;

The ship has weather'd every rack, the prize we sought is won;

The port is near, the bells I hear, the People all exulting,

While follow eyes the steady keel, the vessel grim and daring:


                                              But O heart! heart! heart!

                                              O the bleeding drops of red,

                                             Where on the deck my Captain lies,

                                             Fallen cold and dead.


                                                                         O Captain! my Captain! rise up and hear the bells;

                                                                          Rise up - for jou the flag is flung - for you the bugle trills;

                                                                          For you bouquets and ribbon'd wreaths - for you the shores a - crowding;

                                                                          For you they call, the swaying mass, their eager faces turning;


                                          Here Captain! dear father!

                                          This arm beneath your head;

                                          It is some dream that on the deck,

                                          You've fallen cold and dead.


                                                                           My Captain does not answer, his lips are pale and still;

                                                                           My father does not feel my arm, he has no pulse nor will;

                                                                           The ship is anchor'd safe and sound, its voyage closed and done;

                                                                           From fearful trip, the victor ship, comes in with object won;


                                         Exult. O shores, and ring, O bells!

                                         But I, with mournful tread,

                                         Walk the deck my Captain lies,

                                          Fallen cold and dead.



                                                                                                  Walt Whitman, 1865 zum Tode des ermordeten Präsidenten Abraham Lincoln

Ich sitze hier auf meinem Stuhl - der Kopf sagt, steh endlich auf und starte in den Tag .... aber mein Körper reagiert nicht!

Pfingsten 2015 - ich habe keine Ahnung, wie es mir geht!

Heute muss ich wieder aufpassen, das mir nicht eines dieser Kinder beim Maibaumpflanzen ins Wohnzimmer fällt. Ich hasse das -  es macht mir Angst und ist auch sonst - aus meiner Sicht - vollkommen überflüssig!

Ich schlafe aus und mache so dies und das - nichts von dem was wirklich ansteht - fahre nach Döhle, um nach den Tschiepern zu sehen. Ich sehe  die beiden Kranichpaare und freue mich riesig -  etliche Freunde sind unterwegs. 


Heute habe ich mir die ersten Erdbeeren gekauft  -  jedes Jahr freue ich mich  auf den Moment, wo das Sommerobst auf den Markt kommt.

Dennoch ist mein Alltag überschattet von Ereignissen, die es mir schwer machen, an irgendeinem Tag bei mir anzukommen.

Ich hätte heute so gerne Klara bei mir .  


Ich bin sehr froh, wenn das Jahr 2015 zu Ende ist und ich mich wenigstens manchmal noch ein wenig spüre!

Mir  ... fehlen die Worte - vielleicht kann ich mit meinen Bildern etwas aussagen!

Witz für Insider: " Wo ist eigentlich der Pinsel?"  Witze die mich aufrecht halten und das Schöne daran ist, dass sie kein Mensch versteht, außer mir und zwei anderen Menschen!

 Ich sollte endlich anfangen ein Buch zu schreiben - schade, dass ich nicht die Zeit dafür finde. Ich könnte in dieses Buch all meine Witze packen - aber ich hätte vielleicht auch ein Ort der Verarbeitung! 

Es würde fast ein wenig  eine "Abrechnung" mit meinem Leben werden, mit den Menschen dir mir begegnet sind und die mich niemals verstanden haben. 

Ich bin in meinem Leben niemals ein "Arschkriecher" gewesen - aber ich bin immer in Abhängigkeitsverhältnissen  gewesen. Ganz gleich, worum es ging - privat oder dienstlich! Das tut mir manchmal weh - habe ich doch in meinem Herzen ganz klare Wege gehen wollen. Es hat leider nicht immer geklappt - habe ich abwägen müssen! 

Gestern bin ich mal wieder vor der Obrigkeit eingeknickt - für ein bisschen Scheißrente.

Heute mag noch nicht einmal der Kuckuck sein Lied über den Hof trällern!

Der Kuckuck ist in den Süden zurück geflogen - mochte diesen Regen, Wind und die kalten Temperaturen nicht mehr ertragen! 

Wenn ich hier lange nichts schreibe, dann hat das nichts damit zu tun, dass mein Alltag im Einerlei verschwimmt. Nein … es hat eher damit zu tun, dass ich nicht wüsste, wo ich anfangen könnte zu schreiben!

An manchen Tagen stehe ich morgens auf und denke „ heute fange ich nochmal von vorne an!“ Ich bügle meine Wäsche  - gehe unter die Dusche und putze wie eine Blöde!

Wenn der Tag zu Ende geht, muss  ich rückblickend feststellen, dass ich wieder hängen geblieben bin!

Einziger Lichtblick - das Internet kommt voran und damit auch die Möglichkeiten meine Seite zu gestalten. Oskar passt auf, dass alles in Bahnen kommt. 

Was für ein schönes Wochenende - viel Sonne getankt - geschlafen - gelümmelt und nur ein ganz kleines bisschen von dem gemacht, was anstand!

Oskar wird das vermutlich anders sehen! Nachdem ich ihn  am Freitag zig Mal aus der Scheune holen musste, fand er das Spiel am Samstag immer noch interessant. 

Christhard verrammelt nun seine Scheune komplett. Ich weiß nicht, ob das mit dem Alter zusammen hängt ... man wird ja vielleicht etwas drollig - möglicherweise hat er aber auch sonst irgendwelche Störungen ... ich weiß es nicht. In jedem Fall müssen meine Katzen lernen, dass sie die Scheune nicht mehr betreten dürfen, weil ich sie am Abend - wenn ich aus dem Irrenhaus komme - nicht mehr raus lassen kann.  In einem Gespräch erklärte mir Herr Professor Schnödeldödel, ich solle die Katzen ruhig einmal für zwei Tage in der Scheune eingesperrt lassen. Total guter Tipp! 

In der Praxis läuft das so: Scheunentor steht stundenlang weit offen - wofür auch immer! Christhard holt 'zig Mal sein Fahrrad heraus, um es 10 Minuten später wieder rein zu stellen - Vati kommt mit irgendeiner Harke ... bearbeitet etwas und stellt die Harke wieder weg!  Während dieser gesamten Zeit steht die Tür offen und alle Gäste sind  willkommen! Das ist ja an sich nicht weiter schlimm. Nun hat aber Christhard eine Tür anfertigen lassen, die er abschließen kann. Damit fängt mein Stress an!

Im Grunde könnte man sich gut einigen, würde Christhard ein wenig Interesse an Tieren haben. Hat er aber nicht... 

 

Samstag war ich im Vogelpark um nach den Störchen zu sehen. Als  ich nach Hause kam und mich kein Oskar begrüßte, war ich schon verwundert. Im Laufe des Abends wurde  mir klar, hier stimmt etwas nicht. Niemals würde Oskar freiwillig sein Abendbrot verpassen. Ich also zur Scheune und ja, da saß der Puschel schon wieder drinnen!

 

Heute nun, geht mir langsam der Arsch auf Grundeis - wie man so sagt. Oskar ist Kater und braucht halt etwas länger Zeit. Üben wir also: Scheunentor auf - den ganzen Tag saß Oskar immer wieder vor der Tür, drehte  dann aber ab. Ich dachte schon, er hat begriffen worum es geht. Aber nein - zum Abend hielt ihn nichts ... rein in die Scheune! 

Ich hinter her ... Scheunentor zu! 

Oskar – das tut mir wirklich leid – aber zu deinem eigenen Schutz wirst du die Nacht in der Scheune verbringen. Jetzt kann ich noch garantieren, dass du morgen früh raus kommst!

 

Es wird dir nichts passieren!

Wochenende – heute bin ich in den Vogelpark gefahren und habe das erste Mal in diesem Jahr dort Ruhe gefunden. Die Besucher des Parks waren heute nicht ganz so schräg, wie an manch anderem Tag – aber ich möchte mich einfach auch nicht mehr stören lassen.

Wenn Verzweiflung, Sorge und Ungewissheit einen bestimmten Grad erreicht haben, dann schalte ich ab! Ich kann die Dinge nicht beeinflussen – ich bin kaum im Stande auf mich selbst auf zu passen.

Umgeben von Kreaturen die über alles hin weg trampeln – ohne jegliche Empathie – Vorsicht ist geboten!

Gestern  stehe ich gegen 4:30 auf, um zur Toilette zu gehen. Vor meiner Terrassentür sitzt Kira – ich sehe noch, dass sie irgendetwas frisst – das neben ihr liegende Nest ist leer…  ich traue meinen Augen kaum!

Gedanken huschen durch meinen Kopf – ich will keine Freigänger mehr! Vorsichtig hole ich das leere Nest rein – es ist ein wahnsinnig filigraner Bau! Kira – was hast du getan?

Die einzige „Entschuldigung“ die ich finde ist die, dass sie eine Katze ist und  ihrem Instinkt folgt. In Ägypten, auf Zypern,  in Spanien werden Millionen Vögel an Netzen und Leimruten getötet … von Menschen – die eigentlich Verstand haben sollten. Wie kann ich Kira böse sein!

Ich fahre wenig später Richtung Hamburg und entkomme an einer Kreuzung um Haaresbreite einer Katastrophe. Die beiden Männer, die an der Kreuzung streiten, sehe ich … aber dass einer von ihnen Beiden plötzlich los läuft und mir fast ins Auto rennt … lässt mir den Schrecken derart ins Hirn knallen, dass ich nicht in der Lage bin zu bremsen.

Erst etliche Meter später komme ich zum Stillstand und sehe im Rückspiegel, dass der Mann vor der Motorhaube des hinter mir fahrenden Wagens steht.

Das sind die Momente, in denen du begreifst, wie schnell sich ein ganzes Leben ändern kann!

Ich stelle Paula im Parkhaus ab und gehe meinen Weg Richtung Arztpraxis, komme  an einem Zeitungskiosk vorbei und die Überschrift der Morgenpost springt mich an:  Lailek tot! Zum ersten Mal seit mindestens … ich weiß nicht seit wie vielen Jahren … suche ich den Preis dieser verkackten Zeitung und kaufe sie.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt fange ich an mir Sorgen um den Tag zu machen.


Werde ich heute von Oskar an der Garage begrüßt - wo ist Kira? Ich rufe sie - laufe die Straße rauf und runter - Bilder ziehen durch meinen Kopf - Sophie taucht vor meinem geistigen Auge auf. Sie ist am 1.07.2010 gestorben - aber Kira wird hoffentlich leben und vermutlich in der Scheune sitzen! 


Kira saß nicht in der Scheune - um kurz vor 23:00 Uhr kam sie über den Hof gelaufen und ist sofort in die Heia gegangen. Da ist irgendetwas gewesen - schade, dass sie es mir nicht erzählen kann!

Irgendwann in der Nacht - als Oskar an der Terrassentür kreischt und um Einlass bittet, geht sie wieder raus. Am Morgen beinahe das gleiche Spiel - wo turnt Madame herum? Ist da schon wieder jemand der sie füttert!

18. Juni 2015 - ein denkwürdiger Tag!

... irgendwann ist jeder mit seinen Erinnerungen allein!

Heute

komme ich von der Arbeit nach Hause und sehe schon von Weitem eine tote Rabenkrähe auf der Straße liegen. Es tut mir leid!

 Über mir fliegen etliche Kumpels – ich denke, was für eine Scheiße!

Eine Rabenkrähe zu überfahren ist eigentlich nur mit mega hoher Geschwindigkeit möglich. Die Krähe hat Gewicht – sie benötigt einen Augenblick, bis sie von der Straße abheben kann. Wenn nun so ein aggressiver Idiot mit hohem Tempo heran fährt, schafft es eine Rabenkrähe nicht mehr von der Straße abzuheben!

Und … ich will sagen, es tut mir leid um diese Rabenkrähe – aber gänzlich betroffen macht mich das Wissen, dass solche  Raser vor nichts auf der Fahrbahn zurück stecken.

Ich fahre nach Hause – begrüße meine Mäuse und hole mir eine Schaufel…

ich wusste gar nicht, dass eine Rabenkrähe so groß ist. Ich muss mich überwinden – will sie aber auf alle Fälle von der Straße holen.

Sie ist noch warm – ihr Köpfchen fällt hin und her!

Ich lege sie an die Seite und hoffe … lieber Gott… dass du den Autofahrer auf deinem Zettel hast! 

Ich

komme nach Hause. Minka erwartet mich bereits an der Garage. Ansonsten ist keiner zu sehen. Kein Oskar, keine Kira und auch keine Lilly! Naja, ich komme heute auch ein wenig früher nach Hause als sonst.

Nachdem ich Lilly einige Male erfolglos gerufen habe, schaue ich in der Scheune nach ihr. Lilly ist nicht da – dafür jammert und schreit Oskar im Giebel - Super!

Er versucht an der angelehnten Leiter herunter zu kommen – knallt mit dem Bäuchlein auf die nächste Stufe und heult nun richtig los. Ich klettere die Leiter hoch – versuche meine Angst zu überwinden – ich komme nicht hoch genug, meine Angst ist so groß – aber ich kann ihn von der Leiter zurück in den Dachgiebel heben.

Schnell hole ich Tine und bitte um Hilfe. Sie bewacht unten die Leiter, während ich oben versuche Oskar noch einmal Mut zu machen. Er kommt, krallt sich aber vor lauter Angst irgendwo fest – letztlich lässt er los und ich kann ihn in den Arm nehmen und an Tine weiter reichen. Sie trägt ihn aus der Scheune und er bedankt sich bei ihr!

Mensch Oskar, bitte gehe doch nicht mehr in die Scheune – es kommt der Tag, an dem ich dir nicht mehr helfen kann.

Nun liegt Oskar im Bett und schläft tief und fest. Das war eine große Aufregung für ihn – aber auch für mich!

Lilly ist auch irgendwann gekommen und ich kann nun Feierabend machen.

22.06.2015

Das wirklich Schöne in meinem Leben und an meinem Arbeitsplatz ist, dass du niemals einen Tag planen kannst.

Für mich fängt das „Ungewisse“ an, wenn ich Paula starte und wir uns Richtung Hamburg in Bewegung setzen. Keinen Tag kann ich mit Gewissheit sagen, wann und ob ich überhaupt ankomme. Das ist nicht weiter schlimm! Die Kollegen, die auf die Bahn angewiesen sind, wissen das auch nicht mehr!

Heute sehe ich den Stau auf der A7 rechtzeitig und fahre andere Wege. Am Abend höre ich, das in den - durch ein  Wildunfall - entstandenen Stau, ein Sattelschlepper auf einen mit Zucker beladenden LKW ungebremst gerast ist. Leider hat ihn dass, das Leben gekostet…. Ende!

Im Irrenhaus angekommen – gibt es ganz andere Sorgen!


Wenn ich auf die Uhr schaue, dürften sie in Kopenhagen angekommen sein – ich wünsche ihnen so sehr, dass sie es schaffen.


Bei unserem Hausrundgang stehen wir plötzlich vor einem Kind, das wir nicht kennen. Eritreer – 13 Jahre alt – irgendwann in Hamburg angekommen und in Hausfluren geschlafen. Er ist über Frankreich eingereist – naja, er kann  leider nicht bei uns  bleiben. Wir  versuchen  einen Weg zu finden – ich hoffe sehr, dass wir gute Entscheidungen für ihn heute getroffen habe. Wir haben seinen Namen und ich werde mich nach seinem Wohlbefinden erkundigen!

Kann sich eigentlich irgendein Mensch vorstellen, was in einem  Kind vorgeht, der diesen langen Weg geschafft hat und nun in einem Land ist, dass ihm fremd ist und dessen Sprache er nicht versteht?


Als ich am Abend zu Hause ankomme sitzt Oskar wie gewohnt an der Garage – oh mein Gott! Danke das du heute nicht wieder in der Scheune jammerst.

23.06.2015

Sie haben noch so viel vor sich ... aber sie sind angekommen und es geht ihnen gut!

Ich bin sehr stolz auf uns!

Nun ist der Juni gleich um und es ist mir recht egal, ob er nun 2-3 Grad zu kalt war - er ist einfach nur beschissen gewesen. So wenig Sonne - so wenig die Möglichkeit, die Seele baumeln zu lassen  und ein kleines Nickerchen zu machen. Es gab zwischenzeitlich Momente, in denen ich überlegte, ob ich die Heizung andrehen sollte.

In der nächsten Woche soll nun der Sommer starten ... wird sich erzählt. Nun warten wir es ab. Ich wünsche mir jedenfalls sehr, dass er dann etwas länger als eine Woche anhält, da ich in der darauf folgenden Woche Urlaub habe.  Da wollte ich an einem Tag unbedingt noch einmal nach Rühstädt und nach den Störchen sehen. Leider scheinen sie schon weiter zu sein, als ich annahm. Ich sehe Bilder, auf denen die Jungstörche schon aus dem Nest sind. Dabei wollte ich doch noch die ersten Flügelstöße zum Aufbau der Muskulatur mit bekommen - na, da scheine ich zu spät zu kommen. Wäre ich ohne Kind und Kegel und würde es ein paar Taler vom Himmel regnen, würde ich eine kleine Tasche packen und weit weg fahren wollen. Warten wir ab, was letztlich passiert.

30. Juni 2015 - Sophie

… unsere letzte gemeinsame Nacht. Ich hatte im Irrenhaus mein 20ig jähriges Dienstjubiläum und in diesem Zusammenhang ein paar Tage frei.  Die Temperaturen waren vor fünf Jahren ähnlich hoch wie heute und ich hatte den Tag genutzt und bin in die Vogelstation an die Elbe gefahren. Es war ein wahrhaft schöner Tag und ich bin mit vielen schönen Bildern im Herzen und in meiner Kamera zurück gekommen.

Damals … vor 5 Jahren … durften meine Mäuse nicht über Nacht draußen bleiben. Zu groß war meine Angst, dass ihnen etwas passieren könnte.  Gerade während der sehr warmen  Tage, holte ich sie deshalb so früh wie möglich am Tagesende rein. Sie sollten erst gar nicht auf den Geschmack kommen.

Heute nun – vor 5 Jahren – bin ich rechtzeitig von der Elbe Richtung Heimat gefahren, um die Mäuse rein zu holen – ich war gegen 18:00 Uhr Daheim und fing an Kira und Sophie zu rufen. Kira war recht schnell gekommen – Sophie schien mich nicht zu hören – wer weiß wo sie war! Nach drei Stunden Rufen und Panik schieben, sah ich sie endlich kommen! Ich saß auf meiner Holzbank vor der Tür und hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben … plötzlich sah ich ihr Köpfchen ganz vorsichtig am Ende des Hausblocks um die Ecke schauen. Sie war müde … was hatte sie bloß erlebt und warum war sie nicht gekommen?

Ich war so glücklich, sie endlich bei mir zu wissen. Sie ist sofort in ihr Bettchen gesprungen und nichts konnte sie mehr stören!

Ich hatte noch bei mir gedacht, dass sie am nächsten Tag drinnen bleibt, weil irgendetwas nicht richtig gewesen zu sein schien. Ein Tag Pause ist vielleicht ganz gut!

Am nächsten Tag fing sie das Generve ab 7:00 Uhr an – sie wollte unbedingt hinaus. Das Wetter war super und die Sonne morgens schon warm. Mir war klar, dass ich sie  auf keinen Fall den Tag drinnen behalten konnte.

Um 8:00 Uhr öffnete ich ihr die Tür und sagte ihr, dass sie bitte heute nicht das Wiederkommen vergessen möge. Es war der  1.07.2010 – wir haben uns nie mehr wieder gesehen.

Es war so warm an diesem Morgen und ich hatte alle Fenster offen – ich habe kein Auto bremsen gehört!

Ich habe nicht in Erfahrung bringen können, was ihr passiert war!

Die nächsten Tage habe ich nach ihr gerufen – bin mit dem Fahrrad alles abgefahren – habe sie angefleht nun endlich nach Hause zu kommen. Habe die Nächte auf meiner Bank draußen verbracht, um sie bloß nicht zu verpassen. Nichts!

Dann kommt Erika und erzählt mir, dass sie Sophie am Morgen auf unserem Parkplatz gesehen habe.

Ich kann es gar nicht glauben, sollte ich tatsächlich zwischenzeitlich eingeschlafen sein?

Aber ich will es glauben!

Ganz allmählich dämmert mir, dass Erika Sophies Mama Eisbär auf dem Parkplatz gesehen hat!

Ich muss loslassen und es gibt Augenblicke, da merke ich heute in 2015 … dass ich es nicht geschafft habe!

Nun, was ist letztlich passiert: Nix Urlaub - Gürtelrose

Ich bin traurig - hatte ich mir doch einiges vorgenommen. 


4.07/5.07.2015

Was für ein schönes, sonniges Wochenende. Ich kann das manchmal ganz gut vertragen - ist ja immer nur ein paar Tage im Jahr. Dieses Wochenende musste Schwein alleine gehen - ich bin krank - wie scheiße ist das denn?

Heute habe ich die nächste Fuhre Tabletten abgeholt - es ist schon fast ein wenig unheimlich. Die Ärztin hat gesagt, das man jetzt sofort gegen die Gürtelrose richtig "losschießen" muss. Das tue ich nun auch - 20 Tabletten für die Gürtelrose am Tag und 10 Tabletten für die Schleimbeutelentzündung. Wollen sehen! 

Heute morgen bin ich wieder von den Schmerzen aufgewacht - im Laufe des Tages wurde es etwas besser.

Ich habe gezögert ... mich dann aber doch entschlossen!  Ich habe geputzt - musste endlich einmal Staubsaugen und mindestens das Bad wischen. Nun tut wieder alles weh - habe gleich mal mit einer Dröhnung versucht gegen zu halten. Ich kann ja nun hier nicht die nächsten Wochen komplett verdrecken. 

Tine erzählt, das in Borstel ein Babypferd auf der Weide steht - das schaue ich mir morgen an!

So angeschaut - leider hat es eigentlich immerzu geregnet, sodass die Bilder nur begrenzt schön sind. Aber besser als Loch in Mütze!

Heute morgen war es nun soweit! Oskar kommt mit dem alarmschreienden Tonfall ins Wohnzimmer gestürzt - lebende Maus in der Schnute. Ich muss mich ein wenig zusammen reißen, um überlegen zu können, was denn  jetzt am Besten zu tun ist. Lieber würde ich weg schauen und denken, dass mich das Ganze gar nichts an geht. Die Maus rennt herum - Oskar holt sie mit seiner Pfote immer wieder zurück ... bis sie letztlich auf dem Flur angekommen sind. Ich in rasender Eile alle vom Flur ausgehenden Türen dicht gemacht und Oskar mit Futter abgelenkt. Die Maus rennt unter den Schuhschrank - Oskar quietschend hinter her. Aber nun ist sein Arm nicht mehr lang genug. Er schmeißt alles um und gibt sein Bestes - aber er hat keine Schnitte. In einem passenden Moment nehme ich Oskar hoch und befördere ihn ins Wohnzimmer zurück. Schuhschrank beiseite - es ist übrigens 4:30 Uhr - Maus aufgesammelt und raus gebracht. Sie rennt sofort los und versteckt sich an der Garage in einem Grasbüschel. Als ich nun etliche Stunden später nach ihr sehe, sitzt sie da immer noch. Sie lebt scheinbar - der kleine Körper bewegt sich ... aber möglicherweise ist sie doch zu schwer verletzt.  Das tut mir leid. Ich habe keine Ahnung von Mäusen - kann ihr leider nicht helfen. So will ich hoffen, dass sie doch noch ihren Weg findet.


Ich gehe also gegen 5:00 Uhr wieder ins Bett zurück und schlafe tatsächlich auch noch einmal ein. Als um 7:00 Uhr der Wecker klingelt, bin ich derart im Tiefschlaf, dass ich Mühe habe wach zu werden. Ich habe heute morgen einen Termin zum Hopsen - in meinem Hirn arbeitet es. Da kämpft die Vernunft mit dem Schlendrian. Zum Schluss gewinnt heute einmal der Schlendrian. Ich habe einfach keine Lust immer nur funktionieren zu müssen. Ich schlafe weiter und denke mir, alle können mich gerade mal am ....


Als ich um 10:00 Uhr erneut wach werde, habe ich ein gutes Gefühl. Ja, die ausgefallene Stunde muss ich wahrscheinlich bezahlen. Sei's drum!!!

Rentenbescheid - die grausame Wahrheit!

Es sind viele Zettel - weiß gar nicht,was es zu diesem Mist so viel zu sagen gibt.  Aber:  würde ich am 8.07.2015 meine Rente einreichen wg. Erwerbsminderung wäre ich Sozialhilfeempfängerin. Ich bekäme stattliche 1.156,01 Euro! - Glückwunsch

Aber nun reiche ich meine Rente ja nicht  im Augenblick ein!

"Sie erreichen die Regelaltersgrenze am 27.02.2023 "

Sollte ich das tatsächlich erleben, bekomme ich eine Rente von 1.471,38 Euro!

Ich weiß gar nicht was ich sagen soll!

Da arbeite ich die nächsten 7 Jahre  für 315,37 Euro Rente

... und kann dann insgesamt jeden Pfennig umdrehen und mir überlegen,was ich mir leisten kann!


Jo - ignorieren wir das einfach!



Heute komme ich nach Hause - die letzten drei Tage waren  ungeheuer strapaziös - Tage an denen ich Abends kaum noch denken kann und nichts ernsthaftes mehr vertrage.

Heute komme ich nach Hause und Oskar sitzt wieder in der Scheune! 

18.07.2015

Eine unglaubliche Woche liegt hinter mir. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag geht es mir körperlich so schlecht, dass ich kaum noch ein Auge zu bekomme.

Der Lendenwirbel hat sich erneut entzündet durch die körperlichen Strapazen, ich bin unglücklich ... hatte ich mich doch so sehr gefreut, dass ich einigermaßen schmerzfrei war. Verkackt habe ich es natürlich selber: Habe mich auf Dinge eingelassen und mitgetragen, wie eine 20ig Jährige. Ja, das hätte ich besser gelassen - aber niemals werde ich mich still aufs Sofa setzen, während andere um mich herum rasen und die Schweißperlen auf der Stirn haben. Eine schwierige Situation, zu der mir nicht viel einfällt.

Sicher sind da wieder ein paar Leute, die ein paar trockene Tipps für mich haben - sie mögen mich verschonen!

Heute nun habe ich erstmal 12 Stunden geschlafen und die Welt sieht etwas besser aus - die Schmerzen sind weniger, aber leider noch immer da!

Das Wochenende wird noch einmal eine physische und psychische Herausforderung - tragen das, was wir vor gut einem Jahr reingetragen haben ... und  all das, was sich in der Zwischenzeit angesammelt hat,  wieder raus! Ein ziemlich schreckliche Aktion!

 

Danach werde ich versuchen, meinen  Körper zu entspannen ... in dem ich viel schlafe - dass tut auch meiner Psyche gut, die etwas Ruhe allemal auch benötigt.

Abgesehen von großem Leid, welches die Flüchtlinge mit sich bringen - muss ich mir scheinbar als Sozialpädagoge, von unseren deutschen verwahrlosten Leuten, alle Frechheiten gefallen lassen, die Ihnen gerade so einfallen. Eine Entwicklung, die mich unendlich mürbe macht. In den Chefetagen geht es nur noch um Karriere und Geld ( durch Macht und Druck nach "unten" ausgetreten")  - in den unteren Schichten wird versucht, mit möglichst viel Frechheit, da man ja sonst nichts hat, doch auch noch ein kleines Stück Kuchen ab zu bekommen - und die Menschen, die da in der Mitte stehen, werden so langsam zwischen den Mühlsteinen zerrieben, wie ein Getreidekorn! 

Sehr wahrscheinlich, ist das zu keiner Zeit anders gewesen, aber mit zunehmendem Alter werden einem diese Strukturen bewusst - und die einsetzende Sensibilisierung macht es schwierig zu den Dingen immer wieder Abstand zu finden.

Der Juli neigt sich dem Ende - das macht mir fast Angst, haben wir noch den August und dann starten wir fast schon in den Herbst  ... Ich weiß nicht, ob der Sommer halbwegs angemessen war - in meiner Erinnerung habe ich dieses Jahr viel gefroren! 


Was für ein schrecklicher Sommer - Tage der Verzweiflung, Angst und doch nicht bereit das bisschen Hoffnung aufzugeben! Niemals hätte ich mir eine solche Szenerie in meinem Leben vorgestellt und doch ... sie ist eingetreten.


Nichts - lässt sich im Leben planen!

Horsti ist das wurscht!  Wir lieben ihn alle und er uns! 

Sitze ich hier heute Abend und schaue meine Bilder vom Besuch in Rühstedt an - ich will es nicht denken, aber es sieht so aus, als sei die Gürtelrose wieder da. Bitte nicht - mal sehen, wie  die Bläschen morgen aussehen. 

Was ist heute eigentlich für ein Datum: 5.08.2015 – Ach du herrje …

der Monat gerade erst angefangen - das Geld schon am Ende. Heute Morgen fahre ich erst mal nach Soltau und bringe meinen Rechner weg – er mag irgendwie nicht mehr mit mir spielen – zu viele Viren haben sein Bild belastet – dann fahre ich zu Götz: bitte die Scheinwerfer haben sich verabschiedet und irgendwie klagt Paula auch über zu wenig ÖL.  Öch – es gibt Schlimmeres!

Gegen Mittag komme ich dann doch noch in der Wedeler Marsch an – aber irgendwie hat hier niemand auf mich gewartet. Ich versuche das Eine oder Andere – vor allem, mit dem Gelernten von Annett. In Mega weiter Entfernung sehe ich eine Gruppe „Weißer Reiher“  - mit ihnen beschäftige ich mich einen Augenblick!

8.08.2015

Gestern habe ich eine tolle Seite auf Facebook entdeckt: Fotowettbewerb der DSHN  -  die halbe Nacht habe ich gestöbert- die Entscheidung fällt schwer - so viele tolle Bilder von so vielen tollen Hunden - eigentlich verdienen sie alle den ersten Preis - da man sich aber doch entscheiden muss, ist meine Wahl auf  "Benkido vom Bernsteinauge" gefallen. Er ist noch ein kleiner Welpe - hat sein Leben noch vor sich und ich wünsche ihm alles Gute!

Wer Zeit und Lust hat kann sich ebenfalls jederzeit diese schönen Bilder anschauen!

29.08.2015

Sind ein paar Tage seit meinem letzten Eintrag vergangen. So vieles ist passiert – das lässt sich nicht mehr denken und schreiben – einzig: Unser Held Horst hat die Hitze nicht überlebt – ein beklemmender Augenblick …  ihn dort so klein auf dem blank geputzten riesigen Behandlungstisch in der Arztpraxis liegen zu sehen. Alles ging so furchtbar schnell – es war kein kurzes Kraulen zum Abschied möglich – Horsti sackte einfach in sich zusammen.



Eine neue Woche beginnt - ich frage mich zögerlich, was sie wohl im Gepäck hat. Ich werde den Tag langsam starten - Kräfte einteilen - letzte Woche ging bereits Freitag nichts mehr - das ist scheiße!

Dieses Bild kursiert seit ein paar Tagen durch Facebook - die unterschiedlichsten Gedanken wurden damit in Verbindung gebracht. Ich möchte gar nichts dazu schreiben - es wirkt für sich - jeden Tag neu und jeden Tag entsprechend meiner Stimmung - ein wunderbares Bild!

Wenn es trotz einer geistigen und inneren Übereinstimmung am Ende des Tages zu Unstimmigkeiten kommt - dann beschäftigt mich das nicht nur ... dann fängt es an mich zu belasten!

Habe ich heute um 8:00 Uhr das Haus verlassen und bin ich zurück gekommen um 21:00 Uhr - ein wahrhaft langer Tag. Bis zum Mittag konnte ich ihn entspannt angehen und dann kippte er einfach weg.  

Ich habe versucht, die Leiter als Stütze zu benutzen - aber die Windmühlenflügel haben Kraft gekostet und am Ende ist nur Härte geblieben - vielleicht kann ich es morgen noch einmal versuchen!

Habe ich also heute versucht, mit Wärme und Empathie die Dinge neu zu betrachten. Naja ... 

Ein paar nette Dinge gibt es schon zu verzeichnen: 

"Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird" - "Das Lächeln mancher Menschen hilft Berge zu versetzen"

Ach ja - noch was: Kartoffeln, die man im Backofen grillen möchte, sollte man vorher kurz im Topf kochen lassen - so ein paar Minuten - ihre Oberfläche wird dann beim Backen nicht zur Schuhsohle!

Wenn mein Mittagessen aus einer Laugenbrezel auf dem Altonaer Bahnhof besteht, dann wird es Zeit für das  Wochenende!

Es sind nicht so sehr die Bilder meines Alltags, die mich so viel Kraft kosten - es ist die Kraft, die ich aufbringen muss, um manche Menschen nicht einfach umzupusten.

Wenn jeder an sich denkt ...

                                                            ... ist dann an alle gedacht?

                                                                                                                                                                                               Hamburger Abendblatt, 4.09.2015

Nein - leider nicht! 

Wenn das so wäre, hätten wir kein Elend, kein Krieg, keine hungernden Menschen ... nur Gesundheit um uns herum.

Heute ist es Mittwoch - angesichts der mega anstrengenden letzten Tage, scheint für meinen Körper Freitag zu sein! 

Gestern hatte ich mit einer guten Freundin geschrieben - ich war angeschlagen, weil selbst "Pillepalle" unbeschreibliche Kraft abzieht und ich mich fast schon wundere, wie ich jeden Tag neu mit der Hoffnung "wir schaffen das" starten kann. Sitze ich da also und hacke in die Tastatur und versuche mir Luft zu machen ... als Minka  unangekündigt auf den Schreibtisch springt und alles abräumt was darauf steht. In meinem Hirn knallt es fast vor Schreck und reflexartig schmeiße ich sie runter .

Heute nun - hat Minka das nicht vergessen  - sie lässt mich links liegen und beachtet mich nicht! Den ganzen Abend versuche ich mich schon irgendwie mit Krauleinheiten und Lekkerlies einzuschleimen - sie nimmt sie zwar an, geht dann aber völlig ignorant in eine mir entgegen gesetzte Richtung wieder weg!

Na - da habe ich in den nächsten Tagen noch ein wenig zu tun!

Wir schreiben den 10. September 2015 - ein rabenschwarzer Tag!

Alles verloren, was irgendwie wichtig war. Nein, niemals hat es Harmonie gegeben - aber am Ende des Tages konnten wir uns aufeinander verlassen und uns darüber Sicherheit vermitteln.

Jetzt - ist nichts mehr sicher - außer die Sicherheit, dass jeder an sich selber denkt - emotionslos und korrupt!


Ehrlich - mir geht der Arsch auf Grundeis!

Schwein war Frederiks Begleiter - er war wichtig! Vielleicht kann er auch mir jetzt helfen?

Versuche ich es also heute mit Ablenkung - zwischenzeitlich bekomme ich so schlechte Laune, dass ich nur herum pöbeln kann.  Vielleicht ist es ist auch nur  ein böser Traum - wenn ich wach werde - ist alles wieder gut.

Ich war schon einmal in dieser Situation - da bin ich durch die Straßen gelaufen und war der einsamste Mensch auf dieser Welt!

Es läuft ganz gehörig etwas schief, wenn ich mich beschimpfen und bedrohen lassen muss, für Dinge die ich nicht zu verantworten habe - wenn ich als "Ersatzmutter" versagt habe, weil sich andere Menschen profilieren möchten. 


"der Kapitän verlässt als letztes das sinkende Schiff"


Aber nein - der Kapitän springt raus und versucht sich retten zu lassen!


Er hinterlässt eine Mannschaft und ein Schiff .... er hat sich entschieden!




So habe ich schon lange nicht mehr gefühlt, ich weiß nicht, was mich treibt.

Im Inneren so aufgewühlt, kein Wort, das dies beschreibt.

Mein Herz - mein Hirn ... fahren Achterbahn, mal rauf, mal runter, hin und her.

Ich stehe da, völlig ohne Plan und fühle mich nur seltsam leer.


Heute ... ist wieder ein bisschen Zeit vergangen seit meinem letzten Eintrag - Ja, ich habe eine Blase im Mund, die mich wahnsinnig nervt ...  Paula steht noch immer vor Dreck - die Sonne scheint trotzdem und ich fahre weiter mit der Achterbahn durch meinen Alltag!

Es war so ungeheuerlich ... heute Teil einer Besprechung sein zu müssen, in der auch der "dümmste Bauer" beklatscht wird! Ich fühle mich sehr allein ... in einer Welt ... die sich immer mehr von meinen Visionen  entfernt ... in der es um Macht, Karriere und Geld geht - in der das Fußvolk für blöd erklärt wird und mit der ich irgendwie nichts mehr zu tun habe!


Viele Baustellen ..... 


leider gibt es keinen Bauleiter -  Emotionen platt gedacht - ohne Kraft! Wohin führt der Weg ....  wo 

Enttäuschungen, Demütigungen und Verletzungen stehen da ... ohne Schutz!


Ich habe Fehler gemacht, aber ich habe immer versucht loyal zu sein und mich für eine Idee ein zu setzen.

Heute ist mir zum ersten Mal durch den Kopf gegangen, dass ich es eigentlich zu nichts gebracht habe .



Enttäuschungen, Demütigungen und Verletzungen bleiben im Gedächtnis - Befreiung ist das Zauberwort ... scheint mir!



Gerne würde ich ein paar Zeilen zu Papier bringen - aber ich bin derart unkonzentriert, dass ich keinen roten Faden entwickeln kann.  Die Ereignisse überschlagen sich und ich versuche meinen Platz zu finden.  In meinem Umkreis scheint es Menschen zu geben, die an Wahrnehmungsstörungen leiden - ich versuche meinem Blick zu schärfen und doch , weiß ich nicht - ob ich das Wesentliche  sehe. 

Die Katze auf dem heißen Blechdach       .....      nö!

Wer die Nachtigal stört                                  .....     nö!

Wer einmal aus dem Blechnapf fraß         .....     nö!

Die Blechtrommel                                            .....     nö!

Einer flog über das Kuckucksnest              .....     ja    

Entfremdung

In den Bäumen kann ich keine Bäume mehr sehen.
Die Äste haben nicht die Blätter, die sie in den Wind halten.
Die Früchte sind süß, aber ohne Liebe.
Sie sättigen nicht einmal.
Was soll nur werden?
Vor meinen Augen flieht der Wald,
vor meinem Ohr schließen die Vögel den Mund,
für mich wird keine Wiese zum Bett.
Ich bin satt vor der Zeit
und hungre nach ihr.
Was soll nur werden?
 
Auf den Bergen werden nachts die Feuer brennen.
Soll ich mich aufmachen, mich allem wieder nähern?
 
Ich kann in keinem Weg mehr einen Weg sehen.


                                                                                                                                    Ingeborg Bachmann

Gedanken, Worte eines depressiven Menschen?

Phasen, Augenblicke eines Lebens, das nach neuer Orientierung sucht?

Schließt sich das Eine oder Andere gegenseitig aus!

Was folgt daraus?

Zunächst ein Rauschen im Kopf – die Beine werden schwer, endlich hängen die Schultern einmal und entlasten das Kreuz!

Die Sonne blendet – die Kraft  sucht nach dem Hebel, um zu entschleunigen ...

 Langsam durchfließt den Körper eine schon beinahe nicht mehr gekannte Müdigkeit  ….

 sie wird immer wieder durchbrochen  vom Lärm des Krieges!

Fragen – Tränen  - Traurigkeit

Bilder … Bilder … Bilder … Bilder … Bilder … Bilder …. Bilder ….Bilder

Hoffnung ….  ist der Schlüssel für die nächste Tür

 

Heute morgen wache ich auf - das Bett ist so schön warm - Oskar hat sich angeschmiegt und ich empfinde Harmonie in seiner  höchsten Form!

Es hilft alles nichts - ich muss meine Harmonie einen Moment Beiseite  packen und mich in diesen Tag bewegen.

Langsam, bloß nichts Schweres machen - nur dass, was ich gerade kann!

Kaffee trinken - Minki den dicken Bauch kraulen

Es geht mir heute morgen gut!

Abschied nehmen  - ist noch nie mein Ding gewesen.

Vielleicht habe ich zu früh in meinem Leben „Abschied nehmen müssen“.  

Vielleicht war nie ausreichend Sicherheit um mich herum, um Abschied begreifen zu können, als einen Prozess … der nicht nur negativ besetzt ist, sondern einen Neuanfang impliziert.

Vielleicht habe ich irgendwann in meinem Kopf abgespeichert, dass es besser ist, alles festzuhalten, weil ich mich abhängig von anderen Menschen fühlte,  ohne eigene Sicherheit in mir.

Was weiß ich – im Augenblick gilt es, der „Wahrheit“ ins Auge zu sehen – ich schwanke …. zwischen  Selbstvorwürfen und dem Wissen, dass es nicht weiter gegangen wäre!

Ich atme auf  - es ist nicht alles toll gelaufen, aber es hat seinen richtigen Weg genommen!

Aber wohin mit der eigenen Traurigkeit um die Dinge!