Tagebuch 2020 -2

Nun ist doch tatsächlich meine erste Seite "Tagebuch 2020 - 1"  am 18. Dezember ausgelastet gewesen und ich musste eine neue Seite für dieses sehr kurze Jahr anlegen. Naja - egal...

Ich will es - angesichts der mega vielen Möglichkeiten bis zum Ende des Jahres   - mit diesem wunderschönen Lied beginnen!


 

 

 

Ansonsten leide ich jeden Tag ein wenig mehr an den Folgen von Corona.  Wir befinden uns zum zweiten Mal im Shutdown bzw. Lockdown in diesem Jahr. Alle Geschäfte, die nicht unbedingt notwendig  für das Überleben der Menschheit sind, haben geschlossen und das soziale Leben gibt es eigentlich nicht mehr. 6 Tage vor Weihnachten sind die Straßen leer ...

 


Nicht jeder kann darüber lachen ... 

 

Ich kann darüber lachen - nur leider bin ich emotional  nicht in der Lage,  meine Gefühle und Gedanken zu diesem Bild  mitzuteilen - bin ich nun also ein "Querdenker" - so schnell kann es gehen! Nachdem ich mich eine Zeitlang unwohl mit dieser Festschreibung gefühlt habe, fängt es an, mir egal zu werden. Das trägt insgesamt allerdings nicht dazu bei, dass ich die Corona Zeit unbeschadet überstehe.

Im März 2020  kündigen sich die ersten schönen Tage  mit wundervollen Sonnenuntergangsbildern an ...

 …angesichts der  Bilder aus diesem Jahr könnte man den Eindruck gewinnen, dass es ein schönes aufregendes Jahr, mit vielen neuen Eindrücken war.

... und ja, das Jahr war aufregend und beinhaltete viel neue Eindrücke - von Schön, war es allerdings weit entfernt!

Neben dem Tod von "Liese Lotte" und der unerträglichen C. -  Zeit beschäftigt mich meine Entscheidung, noch ein weiteres Jahr zu arbeiten!

Ich weiß eigentlich nicht genau, warum ich mir dieses Jahr noch geben muss. Ja sicherlich,  wir reden u.a. von Geld!

Aber mein Arzt fängt schon wieder an, auf mich einzureden und mir zu sagen, dass meine körperlichen Beschwerden psychosomatisch seien. Diese Scheiße höre ich mir nun eigentlich mein halbes Leben an!

Ich glaube dennoch, dass alle guten Ratschläge zu kurz gedacht sind. Irgendwie sagt mir mein Herz, dass ich ohne die Arbeit im Spurwechsel nicht kann - gleichzeitig habe ich viel Angst, den Erwartungen dort nicht mehr gerecht werden zu können  - aber  ich will nicht verschweigen, dass ich spüre, das meine Zeit einfach vorbei ist.. .

Das Aufstehen  am Morgen fällt schwer - nicht weil ich müde wäre - nein - mich schmerzt mein Körper . Ich beruhige mich mit dem Gedanken, dass ich an jedem Tag meine Rente einreichen könnte!

Auch die Veränderungen der letzten Jahre auf dem Hof tragen dazu bei, dass ich mich nicht so recht wohl fühle. Christhard hat den Hof zur Großbaustelle gemacht. Ständig ist er mit seiner Motorsäge unterwegs, der Trecker - mal mit, mal ohne Hänger - knattert vom Hof , oft bleibt er auch nur mit laufendem Motor stehen  und es ist kein Mensch zu sehen. Aber es gibt noch so viel mehr Möglichkeiten jeden Tag auf sich aufmerksam zu machen und davon lässt Christhard nicht eine aus. Fast bin ich froh, wenn es richtig regnet - dann ist endlich einmal Ruhe!

Nach 20ig Jahren, die ich hier nun wohne, habe ich mir Gardinen an die Fenster gemacht, damit ich das Elend nicht auch noch jeden Tag sehen muss. Ich hätte das viel früher machen sollen ...

23.12.2020

Mein Weihnachtsgeschenk ist imgrunde Minkis Weihnachtsgeschenk...

 

Ist mir doch einen Tag vor Heiligabend mein Wärmkissen kaputt gegangen. Das geht gar nicht. Bin noch schnell nach Bispingen rüber gefahren und hatte echt das Glück, tatsächlich  noch ein Kissen zu bekommen. Es kostete einiges mehr, als ich eigentlich ausgeben hätte wollen - aber egal, dafür war der Bezug waschbar.

Zuhause angekommen, gleich das Teil ausgepackt und nach gesehen, ob es in Ordnung war. Minki half ordentlich mit  und nach kurzer Zeit hatte sie es für angenommen, erklärt.

Minki hat nun wider Erwarten noch ein ganzes Jahr geschafft und sie macht körperlich  einen ganz guten Eindruck. Ihre Blindheit oder ihr Kopf scheinen sich allerdings in den letzten Wochen zu verändern. Sie rennt oft gegen irgendwelche Möbelstücke, sitzt an der verkehrten Seite der Terrassentür, wenn sie hinaus will. Manchmal ist sie ganz vorsichtig und prüft mit langen Vorderpfoten, was vor ihr ist - ein anderes Mal kommt sie zügigen Schrittes und rennt gegen die Tür .

Gestern musste sie mit Karacho auf die Küchenzeile springen, um dann von dort auf ihren Futtertisch zu springen. Das sah schon von Begin an riskant aus und so kam es dann auch - sie verfehlte den Futtertisch und sprang kopfüber auf den harten Boden. Wir haben uns beide sehr erschrocken

Kaum das wieder Ruhe eingekehrt war, folgte der nächste riskante Sprung. Minki hatte auf der Fensterbank gelegen - Herr Frickel lag unterhalb auf dem Boden und schlief fest. Ich habe keine Ahnung, was sie bewog aufzustehen und von der Fensterbank direkt auf  Herrn Frickel springen zu wollen. Ich schmiss sofort alles aus der Hand, sprang vom Sofa auf und flog zu Minki rüber, um ihren Sprung zu verhindern. Sie war sichtlich angepisst, wollte keine andere Stelle annehmen. Nur mit gutem Zureden (sie hört kein Wort mehr) war es mir möglich, sie soweit gnädig zu stimmen, dass sie nicht direkt auf ihn sprang, sondern ca. 20 Zentimeter neben ihm landete. Natürlich war er sofort wach, aber immerhin kam es nicht zur Schlägerei!

Ich möchte gar nicht wissen, was die Beiden so miteinander durchmachen, wenn ich nicht da bin!

25.12.2020

Als ich heute bei aller feinstem Wetter Richtung Hamburg fuhr, fiel mir ein, dass ich vor zwei  Jahren um diese Zeit, keinen Gedanken an irgendein Vergnügen in mir hatte aufkommen lassen können . Ich hatte den Notarzt in der Nacht holen müssen, weil ich dachte, dass ich meine Schmerzen nicht mehr aushalten könnte. Ich bekam eine Spritze, von der ich genau gar nichts bemerkte und etliche Tabletten: Tilidin, Diclo und noch einiges mehr. Ich haute irgendwie alles in mich hinein - mögen doch nur die Schmerzen ein Ende haben.  Nun, die Geschichte um dieses "Vergnügen", mit all seinen Auswachsungen  und Nebenwirkungen sollten mich noch ein Drittel des Jahr beschäftigen.

Im darauffolgenden Jahr war es gut - so  sind wir in den Michel zum Gottesdienst gefahren. Wer mich nun kennt, der weiß, dass mir Weihnachten recht egal ist und mit der Kirche habe ich es auch nicht so gut, aber ich muss schon sagen, der Michel ist wirklich eine Sehenswürdigkeit!

Dieses Jahr  nun fahre ich heute an die Alster - ich habe das Gefühl, dass ich unter Menschen muss.  Und ja, es hat mir gut getan!


Heute nun geht dieses  bemerkenswerte Jahr zu Ende - wir haben den 31. Dezember 2020

... und da sind wir auch schon bei meinem heutigen Thema:                                                        

Vor Weihnachten hatte die Bundesregierung bekanntgegeben, dass es in diesem Jahr Silvester  keine offiziellen Feuerwerke geben wird. Es sollte so vermieden  werden, dass viele Leute, dicht gedrängt und womöglich unter Alkoholeinfluss beisammen stehen und Krankenhausbetten, die den Corona Patienten vorbehalten sein sollen, belegen. Folgerichtig kamen sie von den offiziellen Feuerwerken auf die private Nutzung von Feuerwerkskörpern und ebenfalls folgerichtig, gab es ein "Böllerverbot". Eine Entscheidung, die keiner großen Erklärung bedarf:

"Angesichts der hohen Infektionszahlen in der Corona-Pandemie ist das öffentliche Leben in Deutschland heruntergefahren worden - vorerst bis zum 10. Januar 2021" so konnte man lesen!

Wenig später wurde aus dem Böllerverbot ein "De-facto-Böllerverbot". " Es sollte in diesem Jahr kein Feuerwerk in den Supermärkten oder sonst wo, verkauft werden. Statt des Verbots wurde nun  generell dringend abgeraten, ein privates Silvesterfeuerwerk zu zünden.

"In Niedersachsen setzte das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg das Feuerwerksverbot in der niedersächsischen Corona-Verordnung vorläufig außer Kraft. Ein derart umfassendes Verbot sei als Infektionsschutzmaßnahme nicht notwendig, hieß es in einer Mitteilung des Gericht."

Inzwischen sind auch andere Bundesländer nachgezogen. Wie ich aus guter Quelle vor zwei Stunden gehört habe, knallt es in Berlin wie eh und je! Hoffentlich halten die Menschen den Sicherheitsabstand ein und vergessen zu vorgerückter Stunde nicht, ihren Mund-Nasen Schutz aufzusetzen !!!

Willkommen in Polen - da wird jetzt der richtige Scheiß gekauft und dann landen genau so viele Menschen im Krankenhaus, wie jedes Jahr!

Da frage ich mich doch, ob das ganze eine Verarschung ist!

 

Wir werden sehen, was sich hier in meinem kleinen Dorf abspielt. Allerdings ist mein kleines Dorf insgesamt recht egal. Wichtig sind die größeren Städte. Da bin ich morgen auf die Nachrichten gespannt.


Zu guter Letzt will ich aber noch festhalten, dass mich während der letzten 9 Monate die Benzinpreise außerordentlich erfreut haben. Auch wenn ich keine Tagesausflüge gemacht habe, habe ich das Gefühl doch ganz gut Geld gespart zu haben.

Ich habe mir u.a. wg. dieser Ersparnis und wg. der geringeren Mehrwertsteuer in 2020 ein wunderschönes Objektiv gegönnt. Einstmals hatte ich es verkauft, weil es so irre schwer war - aber ich habe es letztlich bereut und der Gedanke, dass ich diesen Fehler  wieder rückgängig machen muss, hat mich nie los gelassen. 

Ebenso genial waren die Fahrten mit dem Auto auf der Autobahn Richtung Arbeit oder auch in Hamburg selbst - nie wieder werden die Straße so leer sein!

An so einen  Home-Office Tag lässt es sich auch gewöhnen...

                                                                                                                                  Mehr fällt mir jetzt gerade nicht ein...