Tagebuch 2019

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1. Januar 2019

Ich habe mir meine kleine Schachtel heraus gesucht und will schauen, was ich heute an schönen Dingen hinein legen kann.

Der Tag beginnt grau in grau - wie schön. Nichts muss mich antreiben, nichts verpasse ich dort draußen. Ich kann mich ausschließlich mit mir beschäftigen.  Manch einem gelingt das natürlich auch bei Sonnenschein. Aber ich befinde mich in einer Situation, in der mir das graue Wetter immens zur Erholung oder Genesung gut tut. Die Beine versagen ihren Dienst und es ist vollkommen egal, was sich da draußen abspielt: Ich kann nicht daran teilnehmen.  Seit 4 Wochen laufe ich den Weg vom Sofa zur Toilette und zurück. Danach ist mein Bedarf nach Bewegung vollkommen erloschen.

Heute nun wache ich auf und sehe wieder so einem stressfreien grauen Tag entgegen. Wie schön! Wir muckeln uns so alle zurecht , jeder macht das, was er für wichtig befindet. Oskar hat es natürlich eilig raus zu kommen - da muss auch das Frühstück warten. Konnte er doch gestern aufgrund dessen, dass die Menschen durchzudrehen schienen , seine Arbeit (Kontrollgänge /unerlaubtes Betreten seines Reviers verhindern) nicht in üblicher Weise ausrichten.

Nach getaner Arbeit, muss ich ein paar Tabletten nehmen. Sie führen nach kurzer Einwirkzeit zu enormer Müdigkeit, sodass wir alle zur zweiten Heiarunde aufbrechen. Wie schön!

Später starte ich über die Autobahn Richtung Hamburg - muss meinem AG noch einen Brief abgeben. Vor mir kreuzt ein kleiner Trupp Kraniche die Autobahn. Das sieht man hier im Norden um diese Jahreszeit nicht so oft. Vielleicht hängt es mit den wirklich warmen Temperaturen von ca. 8 Grad zum Neujahrstag zusammen. Wie schön!

Als ich nach Hamburg rein komme, kostet der Liter Diesel an meiner Tankstelle 1,16 Euro. Vollbremsung und rauf. Beim Bezahlen frage ich den Verkäufer, ob  der Preis heute schon umgesprungen sei. Ja, erklärt er mir. Da wird es vielleicht noch einen Cent günstiger werden - mehr aber auch nicht! Dieser eine Cent ist mir wurscht. Ich fahre mit gutem Gefühl wieder zurück auf die Straße. Kaum habe ich die schützende Überdachung der Tankstelle hinter mir gelassen, fängt es an zu schütten. Ich sitze trocken, wie schön!

Als ich 20ig Minuten später wieder an meiner Tankstelle vorbei komme, ist der Dieselpreis um 4 Cent gestiegen - Glück gehabt!

Es ging mir wirklich schon schlechter ....

2. Januar 2019 

Wache ich heute morgen auf und sehe Licht am Himmel. Ist es der Himmel oder habe ich gestern vergessen, dass Licht zu löschen, als ich ins Bett ging. Nein, das Licht ist aus - die Sonne scheint, wie schön! Sie scheint den ganzen Tag - ich kann es genießen ohne das Gefühl zu entwickeln, jetzt los legen zu müssen. 

Während ich mit meinem Projekt "Duschen mit Mülleimer" beschäftigt bin und mir die Füße wasche, kommt mir plötzlich in den Sinn, wie toll es ist, dass ich dass alleine machen kann. Ist ja auch keine Selbstverständlichkeit ...

Was für ein Glück, dass ich keinen Schlaganfall bekommen habe ....

Ich püddel so vor mich hin und denke an meine Mutter. Was habe ich vielleicht von ihr ja doch gelernt?

Meine Mutter hat mir niemals gelehrt, dass es Leistungen sind, die mich im Leben weiter bringen. Sicher, sie hätte gerne aus mir eine Beamtin gemacht - damals schien man damit gut versorgt zu sein, vor allem auch im Alter. Aber wir konnten uns immer darauf einigen, dass ich "Versorgung "anders verstand , als sie. Das ich anfing mich mit den Kindern anderer Leute zu plagen, hatte sie nie verstehen können. Hat mich aber meinen Weg gehen lassen - sie wusste, dass sie keine Chance  hatte mich umzustimmen.

Sehr, sehr gerne erinnere ich mich heute noch an unsere gemeinsamen  Spieletage - im Schlafanzug, am Frühstückstisch . Um uns herum das Chaos - aber immer lagen die Karten oder Würfel in unserer Nähe. "Schlesische Lotterie" habe ich bis heute nicht vergessen. Es war kein schwieriges Spiel, aber ich mochte so gerne gewinnen und wie meine Mutter "den dicken Hauptgewinn" angekündigt hat, ist mir  als Fanfare im Ohr geblieben. Herrlich, mit jedem Spiel die gleiche Motivation und das Stunde um Stunde!

Ich denke, dass es ihr wichtig war, mir bei zu bringen, dass das Leben auch Spaß machen muss.  Und ich glaube, dass ich dass auch sehr lange in und für mein Leben beherzigen konnte. Irgendwann ist es dann unter dem Alltagsdruck doch ins knicken gekommen und ich will mehr versuchen, dieses Gefühl für mich wieder aufleben zu lassen.

Einige Stunden später streife ich in meinen Gedanken, noch einmal diese Erinnerungen. Mir fällt ein, dass ich im ersten Schuljahr nicht wirklich  "Schulfähig" war. Ich konnte mich schlecht konzentrieren und das Sortieren meine Buntstifte nach Farben und Länge, hielt ich für weit wichtiger, als das Gequatsche irgendeiner Lehrerin.  Ich wurde dann "zurückgestuft" - ich denke, es war mir egal.

Eine ähnliche Geschichte erinnere ich, als ich vom Kindergarten in den Hort überwechselte, weil ich ja nun schon ein großes Mädchen sein würde.  Ich hatte große Schwierigkeiten - im Kindergarten konnte ich mich zum Schlafen legen. Im Hort ging das nicht mehr. Ich war so schlecht drauf, dass sie mich dann ab und zu doch in den Kindergarten zum Schlafen runter geschickt haben.

Ja,  und wenn ich heute schaue, dann bin ich eindeutig bei mir geblieben. Klar hat die Zeit Veränderungen mit gebracht, die es galt zu meistern und die mir auch wichtig waren.  Und dennoch ist es für mich an der  Zeit, mich mit etwas Ruhe hinzusetzen und zu überlegen, wo ich heute stehe und was mir wichtig ist .

3. Januar 2019 - der Tag heute ist im  Wesentlichen von Übelkeit und Magenschmerzen geprägt. Ich gehe davon aus, dass es mir morgen wieder besser geht.

4. Januar 2019 - die Magenschmerzen werden etwas weniger. Dennoch bin ich weit davon entfernt, sagen zu können, dass es mir körperlich gut geht.  Seit dem  29. November  2018 versagt mein linkes Bein seinen Dienst. Ich bin seit dem keine 5 Minuten mehr zusammenhängend auf den Beinen gewesen.  Jeder Einkauf, der getätigt werden muss, steht mir  bevor.  Die Erledigung der Hausarbeit ist auf das Wesentliche beschränkt - dennoch bin ich erschöpft. Ich schlafe viel . 

Trotz allem bin ich zuversichtlich, dass es bald besser werden wird.

5. Januar 2019 - heute nun sind die Schmerzen wieder so groß, dass nichts mehr geht! Allmählich bin ich von diesem Zustand genervt. Noch nie bin  ich einer  Situation so hilflos ausgeliefert gewesen. Ich hatte mir für heute vorgenommen, die Katzentoiletten zu machen.  Es geht nicht!

Die Psyche zieht sich zurück - ich bin müde, mir ist kalt! Bis weit in den Nachmittag  quäle  ich mich. Gegen 17:00 Uhr lassen die Schmerzen endlich nach.  Es fällt schwer heute, dem Tag irgendetwas Schönes abzuringen

9.01.2019 - Mit den schönen Dingen ist es schwierig.  Auch Tage später dominieren meine Schmerzen  - wieder eine schlaflose Nacht. Gegen 7:00 Uhr morgens komme ich endlich ein wenig zur Ruhe.

Ich hoffe sehr, dass ich bald wieder etwas fitter bin, damit ich anfangen kann, die Muskeln im Bein  wieder aufzubauen und auch  kleine Spaziergänge machen zu können.