Freizeit 2018 - 4    Leipzig Zoo

... und es geht wieder los:    Leipzig  /  13.07. - 15.07.2018

Was für eine entzückende Aussicht aus meinem Hotelzimmer. Noch schlimmer als die Aussicht, ist allerdings der Lärm. Hier fahren in sehr kurzen Abständen diverse Straßenbahnen vorbei - bis in den späten Abend. Sollte mal 5 minuten keine Bahn vorbei kommen, machen irgendwelche grölenden Menschen diese wundervolle Idylle kaputt.

Naja, ich will nicht meckern - alles Gute kommt oft nicht zusammen. Das Hotel ist nur wenige Meter vom Bahnhof entfernt und ich brauche nicht das Leipziger Straßennetz zu studieren.

Mein Zimmer ist klein, aber fein - ich fühle mich wohl!

Ich komme am Freitag gegen 13:00 Uhr in Leipzig an - checke im Hotel ein - schmeiße meine Sachen ins Zimmer - sortiere kurz die Fotoausrüstung und starte in Richtung Zoo.

Die erste Stunde bin ich irritiert, finde mich hier nicht gut zurecht. Es macht auf mich den Eindruck, dass viele Anlage "unbewohnt" sind - entweder keine Tiere da und viele Tiere sind nur  hinter völlig zerkratzen Scheiben zu sehen. Einen kurzen Moment bereue ich, eine Eintrittskarte bereits für meinen morgigen Besuch gekauft zu haben - ich frage mich, was ich hier überhaupt in Leipzig will!

Aber nee, das kann nicht sein - ich habe hier irgendetwas nur noch nicht verstanden! Ja und so ist es auch! Die Anlagen der Tiere sind riesengroß - man kann von vielen verschiedene Seiten schauen ... je nachdem, wo sich die Tiere gerade befinden! Und als ich das Konzept des Zoos beginne zu begreifen, entspanne ich und bin total glücklich hier zu sein!

Im Zoo Leipzig gibt es sowohl Bonobos, als auch Schimpansen. Bonobos sind Zwergschimpansen, wie ich mich später im Internet informiere. Sie sind im Zoo durch zwei Panzerglasscheiben voneinander getrennt. Die Bonobos leben links, die Schimpansen rechts.

Ehrlich gesagt, hatte ich von Bonobos noch nie was gehört und insofern, habe ich auch nicht darauf geachtet, vor wessen Anlage, ich eigentlich stehe.

Ich weiß nicht, welche Tiere auf den nächsten Bildern zu sehen sind ...

Sind es Schimpansen oder sind es Bonobos ...


Der Orang-Utan Nachwuchs ist in 2017 geboren. Martok im März und Sari im August. Sie toben auf der Anlage - es macht so viel Spaß ihnen zuzusehen. Auseinanderhalten kann ich die Beiden nicht, aber sie haben verschiedene Mütter. Ihre Mütter passen sehr gut auf sie auf und wenn das Spiel zu wild wird, dann holen sie einfach ihr Junges zu sich und dann ist vorbei mit der Toberei!

Ich bin völlig  geflasht, von der Tatsache, dass auch im Leipziger Zoo zwei kleine Minis herum toben. Wenn man das Glück hat ihnen zuzusehen, dann weiß man sehr schnell, warum es Menschenaffen sind.

Sein Gesichtsausdruck fasziniert mich einfach nur ...

Das Martok irgendwann mal eine ebenso große Familie wie sein Papa Abeeku haben wird, ist im Moment noch nicht so recht vorstellbar!!!

Lange hielt ich mich bei den Orang -Utan auf.  Später stieß ich dann von einer ganz anderen Stelle noch einmal auf die Anlage der Gorilla. Ich traute meinen Augen kaum, saß doch dort für einen kurzen Moment ein Gorillakind. Es hatte - wie die Großen - schon mal ein Jutesack bei sich - man kann ja nie wissen, für was der gut sein kann. Aber eigentlich wollte das Junge nur zu Mama. Mama kam dann auch, holte ihr Kind an und schon waren sie wieder verschwunden!

Ich freue mich auf  Samstag und darauf, dass Gorillakind einen ganzen Tag lang sehen zu können ...

 

Tiere im Leipziger Zoo ...

Die Rothschildgiraffe ist verliebt in diesen Baumstamm. Sicherlich ist er mit irgendeiner Giraffenköstlichkeit bestrichen. 

Die tollen Spatzen wissen auch, wo sie gut versorgt sind ...


Spitzmaulnashorn - Mama Seba hat den gesunden Bullen am 5. Dezember 2017 zur Welt gebracht. Er ist am 26. April 2018 auf den namen Sudan getauft worden.


Der kleine Nashornbulle kommt in mega Geschwindigkeit gerannt - da komme ich mit meiner Brennweite nicht mehr hinter her 

Sudan scheint ein Feinschmecker zu sein ...

Der Indische Lippenbär hat richtig Spaß auf seinem Klettergerüst...

Graureiher in unendlicher Geduld ... er wartet auf ein paar Fische, die die "Seebären" vielleicht übrig lassen!

... und wie überall, sind die Erdmännchen echt niedlich. Sie sind irgendwie immer in Bewegung und es macht Spaß ihnen zuzusehen...


Tiere im Zoo ...

Tag 2 im Leipziger Zoo

Ich wache gegen 6:30 Uhr auf - es ist mega warm im Zimmer und an Schlafen nicht mehr zu denken. Stehe ich also auf! Dusche und mache das was viele Menschen morgens machen ... schließlich bin ich fein gehübscht!

Ich freue mich auf das Frühstück - das gab es ja in München nicht. Nur gegen Geld beim Stinknormalen Bäcker !!!

Hier nun esse ich gut ... nicht so üppig wie auf Helgoland , aber das gibt es auch nirgendwo wieder!

Ich fülle mir den Teller mit Tomaten, Gurken, Radischen und Paprika ... Käse und leckerem Rührei.  Ich schneide mir 3 Scheiben Brot ab , die von der Dicke eher 6 Scheiben entsprechen. Aber dafür kann ich nichts ...  Das Brot ist irre frisch und ich will es ja nun schließlich nicht völlig verunstalten ... also mussss ich die Scheiben dicker schneiden. Alles gebucht auf Zimmernummer 212!

Auf dem Weg zum Zoo ... die Werbung für die Playstation 3 fand ich ganz niedlich. Und dieses Haus ist ja eher grell, wie ich finde. Aber nett finde ich, die Balkone - bei schlechtem Wetter zieht man einfach die Scheiben zu!


Kurz vor 9:00 Uhr starte ich Richtung Zoo. Es sind von meinem Hotel keine 10 Minuten Gehweg. Das freut mich ungemein. Als ich am Zoo ankomme, kann ich vor lauter Menschen kaum den Eingang sehen. Donnerlütchen ... soviele Menschen!

Ich freue mich, dass ich gestern schon einmal vorsorglich eine Eintrittskarte für heute gekauft habe. So braucht mich der ganze Rummel an der Kasse nicht  interessieren!

Zügigen Schrittes gehe ich durch die Schranken und lasse den Ansturm Mensch noch für eine gute halbe Stunde hinter mir. 

Mein Ziel ist Gondwanaland. Hier herrscht Tropenklima und es ist irre heiß! Aber das ist wurscht. Ich will noch ein paar Bilder von dieser außergewöhnlich tollen Anlage machen, bevor sie von den Besuchern überflutet wird.  Dann ist kaum noch ein Bild möglich ...

Als ich in der Anlage ankomme, bin ich mit einer Tierpflegerin vollkommen alleine ... wir schwitzen und unterhalten uns ... ein unglaublich schöner Augenblick für mich! 

Diese Tropenhalle ist das Schönste , was ich je in einem Zoo gesehen habe.  Es leben dort viele Vögel und Enten - ich bräuchte mehrere Besuche, um diese Vielfalt zu entdecken. Die Tierpflegerin erzählt mir, dass sie jeden Tag, wenn sie hier ihre Arbeit tut, neue Vögel entdeckt und das es ihr nie langweilig wird. Ja, es ist sehr warm hier drinnen, aber man gewöhnt sich mit der Zeit daran und für sie sei es der schönste Arbeitsplatz ... Ich muss an meinen Arbeitsplatz denken und verstehe, wovon sie redet!

Von Gondwanaland "eile" ich  ins Pongoland - hier befindet sich die Menschenaffenanlage und ich will schauen, dass ich noch ein paar Bilder schaffe, bevor die Sonne hoch steht und die Tiere sich in die Büsche verkriechen.

Heute habe ich Glück und kann das rege Treiben der Schimpansen beobachten,bevor sie auf der Außenanlage sich in den Schatten verkriechen und nicht mehr zu sehen sind ...

 

 

.... und dann taucht da unübersehbar eine zweite "Hand" auf ...


Bei den Urang-Utan ist das Leben gerade erst im Entstehen. Die Kleinen sind noch nicht zu sehen und die Großen turnen "müde" vor sich hin ...

Als ich am Abend noch ein letztes Mal im Pongoland nach den Menschenaffen sehe, sind die Beiden wieder mega am Toben. Die beiden Kleinen sitzen in kurzer Entfernung und scheinen das Prozedere ihrer Mütter zu kennen. Geduldig warten sie, bis die Beiden fertig gespielt haben ...


... und als ich zum wiederholtem Male zu den Gorillas zurück gehe ... entdecke ich auch hier endlich Leben ! Das  Lütte vergnügt sich im Busch ...

Kio mit seinen Eltern, Kumili und Abeeku


Kio geht es mit seiner Mama Kumili richtig gut.  Kio heißt übersetzt "Der Starke" - schließlich wird er einmal ein stolzer und prächtiger Silberrücken, wie sein Vater Abeeku. Aber bis dahin vergeht noch etwas Zeit - im Augenblick darf Kio noch Muttermilch trinken und sich von Mama Kumili Streicheleinheiten abholen. Er ist am 6.12.2017 geboren und noch nicht einmal ein Jahr alt!

Mit dem Wetter hatte ich wieder richtig Glück. Als ich gegen 10 Uhr  im Pongoland angekommen war, war es schon richtig heiß und die Sonne knallte auf die Anlage. Eigentlich so wie man sich das für einen Ausflug wünscht - mit dem Fotografieren hatte ich allerdings echte Schwierigkeiten ...

Tiere im Zoo


Ein wunderschöner Zoobesuch in Leipzig geht zu Ende. Mir tun die Füße weh - es war so heiß und auch so warm ... so viele Menschen. Dennoch kann ich den Park nicht verlassen ohne noch einmal im Pongoland nach den Urang Utan zu sehen. Wie witzig - die beiden Lütten sitzen ganz ruhig und scheinen sich insgesamt für heute ausgetobt zu haben. Das scheint die Stunde ihrer Mütter zu sein ...

sie spielen total ausgelassen miteinander ... es ist eine Freude ihnen zuzusehen!

Überall in den Zoos, wo es Wasser und Fische gibt, findet man auch den Graureiher ...

Sonntag, Abreisetag - 15.07.2018

Soviel Spaß ich am Samstag im Zoo hatte, so schrecklich wird die Nacht! Ich hatte wieder so Schmerzen in der Schulter, dass ich nicht wusste ,wie ich liegen könnte - habe mich von eine Seite auf die Andere geschmissen - das Fenster geöffnet und wieder zu gemacht, weil es einfach zu laut war. Morgens bin ich entsprechend gerädert aufgewacht. Mein Gesicht oder meine Augen - was weiß ich - waren vollkommen geschwollen und der Kopf irgendwie verklebt. Das war wohl eine Folge, meiner Liegeposition. Ich hatte mir das Kissen unter die Brust geschoben, schlief auf dem Bauch, um die Schultern zu entlasten. Dabei war mir der Kopf völlig abgeknickt. Das ist mir alles nicht bekommen. Ich bin dann unter die Dusche , in der Hoffnung, dass es mir besser wird. Das war aber nur bedingt der Fall. Dann fiel mir ein, dass ich doch noch irgendso eine Tube mit Erfrischungscreme habe. Den einen Teil der Creme habe ich mir auf die Hose geschmiert - weil sie flüssiger war, als ich annahm - den anderen Teil ins Gesicht. Irgendwie fühlte sich das komisch an und es zog auch nicht wirklich ein. Es half nichts, ich musste meine Brille suchen und doch noch einmal schauen, was genau ich mir denn da gerade  in das Gesicht geschmiert hatte. Ich las "Erfrischungsdusche". Na toll - habe ich die Menge Duschcreme versucht am Waschbecken vom Gesicht zu waschen, was wirklich nicht so einfach war. Ich fühlte mich noch ein wenig miserabler. Muss ich nun also mit diesem Gesicht, einer mit Duschcreme bekleckerten Hose und einem völlig verschwitzen T-Shirt zum Frühstück. Sicherlich wäre es möglich gewesen ein weiters T-Shirt in die Tasche zu packen - aber da ich ja noch diverse Teile für die Kameraausrüstung einpacken wollte, war ich sehr darauf bedacht, das die Tasche nicht zu schwer wird. Warum ich denke, dass 20g für ein eingepacktes T-Shirt zu viel sein könnten, gleichzeitig aber etliche Kilogramm Fotoausrüstung ohne jeglichen Zweifel an seiner Sinnhaftigkeit  einpacken kann ... weiß ich im Nachgang nicht zu beantworten. Irgendwie war ich schon sehr zufrieden, dass ich Unterwäsche und ein paar Strümpfe mit genommen hatte.

Ich ging also mit nicht allzu großem Selbstbewusstsein an den Frühstückstisch und beruhigte mich mit dem Gedanken, dass ich die hier anwesenden Menschen wahrscheinlich niemals wieder sehen werde. Das Frühstück war wie am Tag zuvor sehr lecker und es gefiel mir außerordentlich gut, zwischen all den Köstlichkeiten nur auswählen zu müssen.  Die beiden Damen, die das Frühstücksbüfett im Blick hatten, waren sehr freundlich und zuvorkommend. Sehr bemüht mitzubekommen, wenn irgendetwas fehlte ...

Gestern hatte es eine der Damen auf meinen Frühstücksteller abgesehen. Hier hatte ich mir lecker Rührei, Käse, Gurken, Paprika, Tomaten und diverse Dinge mehr nett zusammen gestellt. Als ich viel davon schon gegessen hatte und nun die letzte Gurke auf meinen Teller umpackte, kam sie gelaufen und fragte, ob sie den teller schon mal abräumen könnte, damit ich mehr Platz auf dem tisch hätte. Fast habe ich mich durch ihr plötzliches Auftauchen und ihre an mich gerichtete Frage erschrocken. Ich weiß nicht, ob sie es bemerkt hat - anmerken ließ sie es sich jedenfalls nicht! Ich bejahte ihre Frage, sie nahm den Teller und ging ...

Keiner ließ mich merken, das ich irgendwie scheiße aussah!

 

Nach dem Frühstück bin ich hoch und packte meine Sachen zusammen. Die "gefundenen Biergläser" mussten natürlich als Erinnerung an den Zoobesuch mitgenommen werden - schließlich hatte ich ja doch 20g T-Shirtgewicht eingespart!!!

Schon während der Packens hatte ich vom Bauch her das Gefühl, dass da was nicht stimmt. Ich verbrachte die nächste Stunde auf der Toilette und fühlte mich immer beschissener! Als ich mich dann gegen 10:Uhr traute, das Hotel zu verlassen, bin ich erst einmal zum Bahnhof und habe meine Sachen in ein Schließfach gestellt. schließlich hatte ich mir vorgenommen, Sonntag Vormittag  noch ein wenig durch die Leipziger City zu laufen. Mit jedem Schritt wurde dieser Spaziergang anstrengender. Sicherlich war es auch meiner Verfassung zuzuschreiben, dass mir Leipzig nicht gefiel. Aber ehrlich, plötzlich wollte ich einfach nur noch in den Zug Richtung Heimat!

Leipzig hat einige schöner alte Kirchen - die Nikolaikirche oder auch die Thomaskirche - beide Kirche durch die Revolution  der Bevölkerung zum Mauerfall bekannt geworden.

"Im Herbst 1989 war die Nikolaikirche zentraler Ausgangspunkt der friedlichen Revolution in der DDR mit dem anschließenden Mauerfall in Berlin am 9. November 1989 und der Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990."

In der Nikolaikirche fand gerade ein Gottesdienst statt, so dass es nicht möglich war  sie zu besichtigen. Aber es war ohne Zweifel eine der schönsten Kirchen, die ich jemals gesehen habe.  

 

 

Dieses Bild  ist aus dem Internet.  Eigentlich mag ich es nicht, wenn hier auf meiner Seite nicht auch meine Bilder zu finden sind. Aber ich konnte wg. des laufenden Gottesdienstes keine Bilder machen und die Kirche war so schön, dass ich einfach eine Erinnerung für mich hier haben wollte!

In den hinteren Räumen gab es eine Ausstellung mit vielen Bildern zum Wahrschauer Ghetto. Dazu waren vereinzelt Geschichten geschrieben, die an Grausamkeit nicht zu über bieten waren. Ich konnte das nicht ertragen und bin wieder raus. Wie beschissen - da kann ich so viele Jahre später noch nicht einmal die Bilder zwei Minuten derjenigen ertragen,  die ihr Leben ertragen mussten, bis es ausgelöscht wurde!

Draußen knallte mir wider die Sonne ins Gesicht und ein Bettler hielt mir mit aufgesetztem, schmerzerfülltem Gesicht einen Becher unter die Nase. Ich konnte ja aber inzwischen kaum noch gerade aufwärts gehen und mochte mich mit ihm nicht anlegen. Ich empfand seine Bettelei hier vor dieser Kirchentür, als Frechheit ...

Nun, ich kann Rückblickend nicht genau sagen, warum ich Leipzig nicht mochte. Es hat für mich einfach keine Atmosphäre - es lebt nicht - es wirkt irgendwie Tot ...

aber vielleicht ging es mir heute einfach auch nur nicht gut!

Eine Gedenktafel am Leipziger Hauptbahnhof ...