Freizeit 2019 - 2

Der Mensch

Er opfert seine Gesundheit, um Geld zu verdienen. Wenn er es hat, opfert er es, um seine Gesundheit zurückzuerlangen. Und er ist so auf die Zukunft fixiert, dass er die Gegenwart nicht genießt. Das Ergebnis ist, dass er weder die Gegenwart, noch die Zukunft lebt. Er lebt, als würde er nie sterben und schließlich stirbt er ohne jemals richtig gelebt zu haben. - Dalai Lama

 


28.06.2019 - Hagenbeck

Von den kleinen Pfauenkindern bin ich total begeistert. Lange Zeit liege ich auf dem Boden herum und versuche ein brauchbares Bild zu machen. Leider sind meine Knochen und Gelenke nicht mehr so wendig, als das ich dem Renngang dieser kleinen Küken folgen kann. Kaum habe ich mich auf den Boden geschmissen, wird die Richtung geändert und im vollen Galopp in die entgegengesetzte Richtung  weg gerannt. 

Ja, nun höre ich schon die Gedanken arbeiten. Sie denken, dass das kein Wunder ist, wenn ich den Küken so auf dem Pelz rücke. Aber ich will sagen, dass ich niemals ein Tier für ein Foto in Bedrängnis bringen würde. Nein, die kleine Familie machte einen recht entspannten Eindruck.  Sie liefen gemeinsam mit den Besuchern auf dem Weg, ohne sich großartig aus der Ruhe bringen zu lassen. Nur bei den ständig rennenden Kindern, die versuchen, die Küken zu streicheln, gibt es ein Problem. So lange ich aber das ganze unter Kontrolle habe, wird kein Kind den Küken zu Nahe kommen. 

                                                                            Zu meiner großen Überraschung, gibt es mit den Eltern keine Probleme deswegen ...

29.06.2019 - Hunderennen 

Hunderennen beim SV OG Hanerau - Hademarschen - bedeutet früh aufstehen,  ganz viel Spaß in netter Truppe, mit mega leckerem Essen und natürlich unserem Gesangsstar Darko. Er hat heute wieder alles gegeben. Offenbar  lag ihm das Singen heute mehr als das Rennen. Aber ich kann ihn verstehen - muss er in seiner Klasse mit Hunden antreten, die bestimmt 15 Kg leichter sind und das noch auf einer recht kurzen Distanz von ca. 50 M. Das er damit seine Schwierigkeiten haben würde, hat er sofort erkannt und sich lieber auf das beschränkt, was er nun wirklich einzigartig kann!

Dennoch hat  Frauchen nichts unversucht gelassen und ist mit "Leopold Lockvogel" an den Start gegangen

und als sie mich rief, begriff  ich natürlich sofort, worum es ging - keinesfalls sollte ich Leopold die "Schnitte" überlassen. Ich raste wie der Blitz los - so schnell, dass die Fotografin nicht in der Lage war, ein vernünftiges Bild von mir zu machen. Entweder war ich schon aus dem Bild rausgeflogen oder ich war irgendwie noch gar nicht angekommen. Auf diesem Bild habe ich keine Füße, da es aber kein anders gibt, will ich mal nicht so sein!

Für einen Preis hat es zum Schluss nicht gereicht - was aber niemand wirklich interessiert hat: Dabei sein, ist alles! Wir hatten alle einen tollen Tag und immerhin hat Leopold Lockvogel das Treppchen auf eigene Faust erklommen. Er ist mein Freund!

Wir hatten alle viel Spaß und ich freue mich schon auf das  Hunderennen im nächsten Jahr.

3.07.2019 - Tag des Haubentauchers

Neben den brütenden Haubentauchern  schwimmen diverse Blässhühner auf dem See. Die Jungtiere haben einfach keinen Bock sich ihr Futter selber zu suchen. Obwohl sie schon recht groß sind, schreien sie unaufhörlich nach ihren Eltern.  Das  Geschrei ist über den ganzen See zu hören ...

... weiter geht es mit meinen Erlebnissen vom Haubentaucherpaar  und seinen Mitbewohnern  auf der  Seite "Wasservögel - 3"

5.07.2019 - Tag 2 des Haubentauchers

7.07.2019 - Tag 3 des Haubentauchers

14.07.2019 - Mit Andrea im Vogelpark

Endlich schaffen wir es in den  Vogelpark Walsrode . Ich bin auch sehr gespannt - habe ich doch etliche Jahre meine Freizeit dort mit Ingo verbracht! Ingo ist ausgestiegen, weil er die Vermarktung  des Parks nicht mittragen wollte - hatte es doch einigen "alten Mitarbeitern " den Job gekostet.  Ich war damals entsetzt!  Unsere gemeinsame Zeit werde ich niemals vergessen.  Ingo arbeitete als Fotograf und es war sein Ziel mich als seinen Nachfolger auszubilden. In der Tat, habe ich viel von ihm gelernt! Aber auch ich stellte fest, dass dieser Vogelpark halt auch nur Geld einbringen muss. Einige - sehr liebe Vogelpfleger - haben mit dieser Erkenntnis den Park verlassen und ich blieb irgendwie zurück.

Im Rosencafe - wenn ich meine so sehr geliebte Kartoffelsuppe bestellte -  wurde ich immer wieder gefragt, ob ich was von Ingo gehört hätte. Nein, ich habe nie mehr etwas von ihm gehört!

Aber ich erinnere unsere gemeinsamen Jahre dort sehr lebhaft. Tagelang haben wir mit unserem Klapphöckerchen vor den Störchen gesessen  ...

Ingo hat überhaupt meine erste Begeisterung für die Vögel erlebt. Ich erinnere mich, an das Bild vom Star auf dem Dach. Ich hatte keine Ahnung, was für ein Vogel das war. Ingo sah mich unsicher an - er war sich wohl nicht ganz sicher, ob ich ihn verarschen würde. Vorsichtig sagte er, dass das wohl vielleicht ein Star wäre. Ich war zufrieden - natürlich wusste Ingo den Namen diesen Vogels!

Eine unglaublich unbeschwerte Zeit ...

 

Heute nun gehe ich mit Andrea durch diesen Park  - German  macht wieder die Flugschow - das ist aber irgendwie auch alles an Vertrautem.  Mario traf ich übrigens neulich in der Wildtierhilfe Lüneburger Heide e.V.  - wie doof von mir, ich habe mich nicht getraut, ihn anzusprechen und er hat mich nicht erkannt!

Insgesamt muss ich leider feststellen, hat der Park seinen Charme verloren. Die Botanik "leuchtet" nicht mehr so wie früher . Manche Anlagen sehen fast vernachlässigt aus. Und auch der Tierbestand ist sehr geschrumpft. Viele interessante Vögel sind aus der Freiflughalle verschwunden - die Regenwaldhalle hat für mich komplett ihr Gesicht verloren. Insgesamt hat der Vogelbestand sicherlich um 50 % abgenommen.   Der Vogelpark hat sein Herz verloren!

Einzig vertraut sind die Störche ...

Tierbestand der vergangenen Jahren aus der Freiflughalle ...

Es machte Spaß, dort dem regen Treiben zuzusehen und zum Fotografieren war es eine wahre Goldgrube ...

Oft bin ich die Erste morgens im Park gewesen - neulich wurde ich gefragt, wie ich das denn neben meiner Arbeit geschafft habe! Nun, ich habe in 2009, in 2010 und auch in 2011 nahezu jedes Wochenende dort verbracht, inclusive der Urlaubstage. Ich kannte dort jeden Grashalm ...

Ja und auch im Vogelpark ist die Zeit nicht stehen geblieben. Immens viele Vögel sind nicht mehr da - viele Tierpfleger . Lech Bretschek, den ich eigentlich als Germans Nachfolger sah, hat den Park verlassen. Möglicherweise ist er jetzt im Vogelpark Malchow. German hingegen hatte den Park verlassen und war nach Spanien zurück gegangen, um dort zu arbeiten. Er ist zu meiner großen Verwunderung wieder da - das hat Lech ja vielleicht nicht mittragen wollen!

Die beiden Riesentrappen in der Freiflughalle waren echt der Hit. Sie ließen sich durch die Besucher überhaupt nicht stören . Wenn so eine Riesentrappe am Eingang auf dich "wartet", dann überlegst du schon einen Moment, ob du wirklich rein gehen möchtest. Aber sie sind völlig harmlos und es ist schade, dass es sie nicht mehr gibt.

Ich lese gerade das der alte Geschäftsführer  Geer Scheres, wie es hieß, aus persönlichen Gründen den Vogelpark verlassen hat. Ein spanischer Investor hat den Vogelpark übernommen und seit Frühjahr 2019 läuft er unter dieser Flagge. Das erklärt natürlich alles ein wenig. Ich befürchte, der Vogelpark wird noch weiter Gesicht verlieren....

                                                                                                                                                                                   Weißer Pfau aus dem Vogelpark Walsrode von einstmals ...


17.07.2019 - Tierpark Berlin

Aus dem Internet bekomme ich mit, dass die Streifenhyäne ein kleines Baby geboren hat. Mein Herz macht vor Freude einen Sprung. Kann es etwa sein, dass das der Grund war, weshalb die Beiden bei meinem Frühjahrsbesuch so außer Rand und Band waren. Sie tobten über die Anlage, wie ich es zuvor noch nie gesehen hatte. Damals war ich mit Gela im Park - ich wollte unbedingt Hertha kennen lernen. Es war ein mega heißer Tag und es war brechend voll bei dem kleinen Eisbärmädchen. Die Hitze und die vielen Menschen trugen dazu bei, dass wir ziemlich kaputt waren. Ich war zudem ja auch noch körperlich  reichlich angeschlagen

Es war schon Ruhe auf der  Eisbärenanlage eingetreten - Gela und ich wollten noch einmal nach Karl sehen und vielleicht auch nach dem im Bau befindlichen Alfred - Brehm - Haus. 

Schlenderten wir also durch den Park und machten nichts Schweres mehr. Wir waren schon auf dem Rückweg, als wir an dem Gehege der Streifenhyäne vorbei kamen.  Die Szene, die sich mir bot, war so toll, dass ich mit einem Schlag meine letzten Kräfte mobilisieren konnte. 

Ja und nun gibt es Nachwuchs - in meinem Hirn arbeitet es . Kann ich finanziell und körperlich einen  Besuch in Berlin hinbekommen? 

Ich weiß es nicht - ich weiß nur - dass ich die Chance nicht vorbei ziehen lassen kann.

Ich fahre zu meiner Schwester und bin am Dienstag pünktlich zur Öffnung im Park. Natürlich mache ich zunächst kurz bei Hertha halt - sie ist mit ihrer Mama Tonja so niedlich. Ich werde Bilder von Ihr auf meine  Freizeitseite unter  "Tierpark Berlin" setzen. Aber heute soll mein Hauptaugenmerk auf die Streifenhyäne liegen. Etliche Zeit muss ich suchen, finde ich doch tatsächlich den Weg nicht mehr! Ein netter Herr, der des Weges kommt, hilft mir. Er erzählt, dass er das Baby der Hyäne noch nicht gesehen hat, obwohl er Jahreskartenbesitzer ist. Das macht ja Mut! Aber ich habe Geduld und stelle mich darauf ein, etliche Stunden warten zu müssen, bis sie sich mit ihrem Kind für einen kurzen Augenblick aus dem Bau heraus traut.

Während ich da so nun warte und derweil mit meinem Handy spiele, kommt ein Herr vorbei, der mir "frohes Warten" wünscht. Ich fühle mich blöd angemacht ...

Kurz darauf kommt eine kleine Gruppe Menschen vorbei und ich höre, wie sie sich erzählen, dass da jetzt irgendwer im Himmel ist. Das habe ich aber im nächsten Moment eigentlich auch schon wieder vergessen.

Schließlich kommt es, wie es kommen muss - ich muss dringend eine Toilette aufsuchen. Ich rase also los und ignoriere den Mann, der da hinter mir her ruft.

Auf meinem Rückweg zum Gehege steht er plötzlich vor mir und erklärt mal eben aus der hohlen Hüfte geschossen, dass ich nicht länger warten müsste. Das Baby sei Tot.

Was mir in diesem Moment durch den Körper an Emotionen fährt kann ich gar nicht beschreiben. Er erzählt, es habe wohl am Sonntag Stress zwischen den beiden Alttieren gegeben, in diesem Zusammenhang muss das Kleine getötet worden sein.

Ich will die Hoffnung dennoch noch nicht aufgeben - stehe und warte weiter. Um 11:00 Uhr ist die Fütterung bei den Eisbären - ich  unterbreche also mein Warten. Danach will ich gleich wieder kommen.

Das  tue ich auch und muss bitter feststellen, dass es tatsächlich kein Kleines mehr gibt. Beide Alttiere sind anwesend und ein Baby ist nicht zu sehen! Auf meinem Bild kann man gut die Zitze erkennen, das Gesäuge ist voller Milch ...

Ich habe keine Ahnung, wie eine Streifenhyäne mit einer solchen Situation körperlich umgeht - ich hoffe, dass sie gesund bleibt!

18.07.2019  - Im Zoo Berlin

Das Wetter in Berlin ist so traumhaft und mir geht es so gut, das ich beschließe einen zweiten Tag dran zu hängen.  Tina sucht mir wieder die Fahrverbindung zum Zoo raus und ich starte pünktlich. Es wird ein schöner Tag, mit sehr vielen Erlebnissen - obgleich mir heute wieder die vielen rennenden  und schreienden Kinder auf die Nerven gehen. Ich habe den Eindruck, dass Eltern mit ihren Kindern in den Zoo gehen, damit diese endlich mal machen können was sie wollen und sie weitestgehend ihre Ruhe haben. Auch die Busfahrt zurück, ist etwas beschwerlich. Ich weiß gar nicht, wo die vielen Menschen her kommen - heute morgen saß ich fast alleine im Bus. Es ist ein ordentliches Geschiebe und Geschubse und egal wie voll der Bus auch ist: Die junge Mutter muss mit ihrem Kinderwagen auch noch rein. Ich staune!

Ich bin sicher, dass ich Berlin sehr schnell über hätte, würde ich hier dieses Theater jeden Tag über mich ergehen lassen müssen. Ich komme im Bus - endlich habe ich mir ganz hinten einen Sitzplatz ergattert - mit einer jungen Frau ins Gespräch. Sie lebt erst seit zwei Jahren in Berlin -" Ja" , sagte sie "alle wollen nach Berlin".  Der Grund hierfür war ihr nicht so klar und sie musste sich auch eingestehen, dass sie etwas Zeit brauchte, um sich einzuleben. Ich bemerkte, dass ja vielleicht die unzähligen Freizeit - und Kulturangebote der Motor wären. Aber sie antwortete, dass doch letztlich jeder in seinem Bezirk heimisch ist und man sich nicht allzu weit davon entfernt. Wir einigten uns schließlich darauf, dass Berlin einfach Cool ist. 

Was auch immer das zu Bedeuten hat!

20.07.2019 - Agility Turnier

Nach getaner Arbeit kann man sich auch einmal ein Stück Kuchen gönnen ...

22.07.2019 - ... und mal wieder Hagenbeck

June, das kleine Baumstachlermädchen  ....

26.07.2019  - das Nest der Haubentaucher ist zerstört - alle vier Eier fort!

Ich bin entsetzt - war ich doch meinem Ziel eine Haubentaucherfamilie fotografieren zu können so nah. Was mag da passiert sein? Die Eier haben eigentlich in Kaltehofe keine Feinde. Und das Nest war ja auch im Wasser, an einem Schilfgürtel gebaut. Da kommt der Fuchs oder der Marder nicht hin. Fische, die den Eiern gefährlich werden könnten gibt es im See nicht. Mir fällt dazu einzig die vorangegangenen Unwetter ein: Sturm und Gewitter haben wahrscheinlich das Nest platt gemacht und die Eier sind im Wasser gelandet. Eine andere Erklärung kann ich nicht finden. Wie schade, für mich und auch für die Haubentaucher, die ihre gesamte Brut verloren haben.

Aber Haubentaucher scheinen schneller vergessen zu können als ich. Denn sie sind an einer anderen Stelle des Sees wieder dabei ein Nest zu bauen. Da wir aber schon Ende Juli haben, kann ich mir nicht vorstellen, dass das noch eine Chance hat. Ich werde irgendwann noch einmal bei ihnen vorbei schauen und nach dem Rechten sehen.

3. - 5. 08.2019   Helgoland

Es ist schon ein kleines Ritual geworden, bereits am Tag zuvor anzureisen und im Dubrovnik an der Ecke einen leckeren Salat zu essen. Wir gackern herum und freuen uns mega ... Es ist auch nicht so schlimm, dass ich mal wieder meine Brille vergessen habe und die Speisekarte nicht lesen kann. Ich komme, trotz längeren Studiums - ja doch immer wieder beim Salat an und außerdem leiht mir der Kellner gerne seine Brille.  Ein bisschen spät sind wir im Bett und da ich so aufgeregt bin, wird die Nacht kurz!

 

Morgens geht es dann vor dem Frühstück in aller Herrgottsfrühe mit Darko raus -  auf der "Hundewiese" ein bisschen Ball spielen. Diesmal müssen wir unseren Spaziergang auch nicht abbrechen .... Alles verspricht diesmal zu passen!

Die Müdigkeit interessiert null...

Später schnell eine Scheibe Brot "reingeschoben" - ein Glas Wasser dazu und schon geht es los. In Itzehoe noch schnell zum Bäcker reingestürzt und dann ab nach Büsum . Am Anleger ist es schon mächtig voll - ein richtig schöner Sitzplatz ist nicht mehr zu bekommen.  Das ist auch egal - wir können ohnehin beide nicht so lange still sitzen. Schließlich finden wir draußen eine Sitzmöglichkeit, von der wir tatsächlich nicht mehr aufstehen, denn  das Schiff schaukelt diesmal mächtig. 

"Hamburger Loch" heißt das letzte Ende, vom Großen Vogelsand bis Helgoland. Es heißt, das auf diesem Stück auch demjenigen schlecht wird, der sich bis hierhin gut gehalten hatte.

Das Umsteigen in die kleinen Börteboote ist  diesmal auch etwas schwieriger - aber gegen 13:00 Uhr haben wir festen Boden unter den Füßen und checken in unserem Lieblingshotel ein. 

 

"Irgendwo ins grüne Meer hat ein Gott mit leichtem Pinsel, lächelnd, wie von ungefähr, einen Fleck getupft: Die Insel Helgoland"

                                                                                                                                                                                                    James Krüss


17.08.2019 Niedersächsisches Landgestüt Celle - Hengstparade unter dem Motto: "Hengst und Hunde"